V4.19 Carbonbewehrte Parkhausdeckenplatten

Foto: TU Dresden, IMB - Alexander Schumann | Prüfstand

Parkhausdecken unterliegen mechanischen Einwirkungen und starkem Angriff durch chloridhaltige Taumittel. Eine ungenügende Betondeckung sowie Rissbildung im Beton führt oftmals zu starken Korrosionsschäden des Bewehrungsstahls, was die Tragfähigkeit der Deckenkonstruktion beeinträchtigt und irreparable Schäden bzw. teure Instandsetzungs-maßnahmen verursacht. Das Vorhaben zielt auf die Entwicklung neuartiger Deckenplatten aus korrosionsresistenter Carbonbewehrung in Verbindung mit hochfestem Beton ab.

Um dieses Ziel zu erreichen, sind zu Beginn wichtige Anforderungen und Randbedingungen an die Konstruktionen im Parkhausbau zu erarbeiten. Neben der Identifizierung geeigneter Materialien (Bewehrungsstrukturen, Betonrezeptur) sind geometrische Festlegungen (z. B. Rastermaße, Querschnitte, vorhandene Auflagerbreiten, Vordimensionierung der lastabtragenden Bauteile) zu treffen. Um den Einsatz derartiger Deckenplatten im Fertigteilbau realisieren zu können, sind projektspezifische Verbindungstechniken im Carbonbetonbau zu entwickeln.

Foto: TU Dresden, IMB – Alexander Schumann | Einbetonierte Schlaufenverankerung im Prüfstand

Neben dem Anschluss der Deckenplatte an den massiven Unterzug ist zur Gewährleistung der Scheibenwirkung eine schubfeste Ausbildung der einzelnen Deckenplatten untereinander notwendig. Aufgrund der geringen Auflagerbreiten im üblichen Parkhausbau liegt ein weiteres Hauptaugenmerk auf der Entwicklung einer optimierten Endverankerungslösung für carbonbewehrte Deckenplatten. Im Rahmen des Vorhabens sind klein- und großformatige Versuche an Bauteilen mit schlaufenförmiger Bewehrungsführung geplant. Aufgrund der punktuellen Belastungen durch die Fahrzeuge speziell im Parkhausbau ist in einem weiteren Arbeitspaket der Nachweis der örtlichen Mindesttragfähigkeit zu prüfen. Anhand von Bauteilversuchen sind die mitwirkenden Breiten zu ermitteln und die Biege- und Querkrafttragfähigkeit nachzuweisen. Abschließend soll die Eignung des Deckensystems anhand eines Demonstrators verifiziert werden.

Zusammenfassend strebt dieses Vorhaben folgende Endergebnisse an:

  • Entwicklung einer optimierten Endverankerungslösung für carbonbewehrte Deckenplatten im Hinblick auf die geringen Auflagerbreiten im Parkhausbau
  • Bauteiluntersuchungen bezüglich des Lastabtrags von Einzellasten zur Überprüfung der örtlichen Tragfähigkeit
  • Erarbeitung von statischen und konstruktiven Lösungsmöglichkeiten für Verbindungen und Konstruktionsprinzipien aus Carbon im Parkhausbau
  • Konzipierung und Herstellung eines Demonstrators bestehend aus Unterzug und Deckenplatte zur anschließenden Tragfähigkeitsprüfung

Umfangreichere Informationen zu den Entwicklungen – die nicht der Geheimhaltung unterliegen – erhalten Sie von:

Verbundkoordinator:
Dreßler Bau GmbH

Vorhabenleiter:
Daniel Stanik

Ansprechpartner:
Daniel Stanik
Telefon: +49 6027 2007-0
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Prof. Carl-Alexander Graubner
Telefon: +49 6151 162 1400
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Beteiligte C³-Partner:
TU Darmstadt FG Massivbau
TU Dresden – IMB
Dreßler Bau GmbH

Laufzeit: 01.04.2018 –  31.03.2020 | Status: in Bearbeitung